Unten in den Druckräumen schalt der Maschinenmeister mit den Mädchen, die sich bei den neuen Rotationsmaschinen ungeschickt benahmen. Die Folge war, daß sie sämtlich aufsätzig wurden, kehrt machten und davon gingen.

Nun war guter Rat teuer! Woher gleich andere nehmen? Der
Maschinenmeister eilte zu Klamm hinauf und meldete, was geschehen sei.
Er hatte den Kopf völlig verloren. Es schien unmöglich, daß die Zeitung
überhaupt am nächsten Morgen erscheinen konnte.

Um das Unglück voll zu machen, berichtete der Zeitungsfaktor, daß dem
Metteur ein Unglück mit dem im übrigen kaum zu bewältigenden Satz
passiert sei, die Setzer aber, trotz Aufforderung und Bitte,
Ueberstunden nicht machen wollten.

Zunächst schickte Klamm einen Boten zu der ältesten, in der Druckerei schon seit zwei Jahren beschäftigten Bogenfängerin. Der Maschinenmeister wußte zufällig, wo sie wohnte — und ließ ihr vom Direktor bestellen, daß sie so gut sein möge, „rasch einmal heran zu kommen“.

Sodann begab sich Klamm in den Setzersaal und verhandelte mit den
Setzern, die sich bereits die Hände wuschen und fortgehen wollten.

Er bot ihnen eine angemessene Entschädigung, wenn sie nach einer Stunde zurückkehren, und einen Teil der Nacht durcharbeiten wollten.

Nach sehr schwierigen Verhandlungen, bei denen eine bedauerliche Interessenlosigkeit für das Geschäft bei den Angestellten zu Tage trat, gelang es Klamm, deren Zusage zu erreichen.

So war wenigstens diese Schwierigkeit beseitigt. Nun aber galt es auch unten zum Ziele zu gelangen. Klamm hielt Umschau und prüfte, ob nicht im Papierraum Angestellte zu haben seien. Aber die Versuche verliefen hier eben so ungünstig, wie die Prüfung bei dem übrigen Maschinenpersonal. Zwei sonst Beschäftigte waren überhaupt nicht anwesend, weil sie sich krank gemeldet hatten. Die Maschinenmeister selbst erklärten, daß sie zweien Herren nicht dienen könnten. Sie müßten fortwährend nach den Druckpressen sehen, da noch alles nicht recht „eingelenkt“ sei.

Inzwischen war die Zeit immer weiter vorgerückt. Ueberall wurden die
Arbeitskittel bereits ausgezogen, und Klamm lief Gefahr, sich einer
großen Blamage auszusetzen, wenn es nicht gelang, Bedienung für die
Maschinen herbeizuschaffen.

Zum Glück erschien nun das von ihm herbeigerufene Mädchen, eine etwa sechsundzwanzigjährige, robuste Person, in einem schwarzen Mantel und mit federbesetztem Hut.