„Ich ersuche Dich, morgen früh, bevor Du Dich in die Stadt begiebst,
bei mir vorzusehen. Ich habe wegen der heutigen Vorkommnisse zwischen
Dir und Deiner Schwester, aber auch sonst mit Dir zu sprechen!“
Nachdem Arthur diese kurz und kühl gefaßten, sicher nichts Gutes verheißenden Sätze gelesen und nochmals gelesen, schloß er den Brief ein und ging eine Weile nachdenklich auf und ab.
Sodann begab er sich zu seiner Frau, teilte ihr aber von dem Inhalt der Zuschrift nichts mit, war überhaupt den ganzen übrigen Teil des Abends in seinem Wesen verschlossen und legte sich auch sehr frühzeitig schlafen.
Am kommenden Morgen besuchte er zunächst den Pferdestall, machte dann einen Spaziergang ins Dorf, und las nach eingenommenem Frühstück in völlig wiedergewonnener Gemütsruhe die Zeitung. Dann nahm er gemächlichen Schrittes den Weg zu seinem Vater nach dem Hauptgebäude.
Vorm Fortgehen wandte er sich noch einmal zu seiner bereits im Hause schaffenden Frau um und sagte:
„Ich gehe zu den Eltern hinüber. Vielleicht lade ich sie zum Abendessen ein. Sollte es der Fall sein — es kommt auf die Stimmung drüben an — müssen wir noch etwas besorgen. Denke inzwischen einmal darüber nach, was wir geben könnten!“ —
Herr Friedrich Knoop befand sich in seinem Arbeitszimmer im Parterre zur
Linken, als Arthur ihm gegenüber trat.
„Ah so — du! Jawohl!“ betonte Herr Knoop, der sich mit der Durchsicht von Schriftstücken beschäftigt war, legte letztere beiseite, nickte kurz und unzuvorkommend und zeigte auf einen Stuhl.
„Setz' dich! Wir haben länger zu sprechen,“ fuhr er dann in jenem gewissen Ton fort, den er stets angenommen, wenn es sich um sehr ernste Dinge gehandelt hatte.
„Margarete hat uns gestern den Inhalt des Gespräches mitgeteilt, das zwischen ihr und dir stattgefunden hat!