„Ach, ich bin ganz fassungslos, Mutter. Arthur hat mir vordem erklärt, daß er nicht ferner mehr mit mir leben will,“ stieß Ileisa, von ihrer Erregung fortgerissen, heraus und bestätigte somit früher, als gedacht, was Margarete als wahrscheinlich behauptet hatte. —

Der Abend verlief den Familienmitgliedern in einer grenzenlos bedrückten Stimmung. Frau Knoop saß nach dem Abendbrot wie zerschlagen da. Während sich ihre Hände an einer Arbeit rührten, tropfte es immer wieder aus ihren Augen. Herr Knoop ging bald wortlos, bald aufgeregt sprechend, auf und ab. Immer wieder wurde erörtert, wie man Arthur beikommen könne, und immer wieder gelangten die Beteiligten zu dem Schluß, daß mit ihm nichts anzufangen sein werde. Jedenfalls wollten sie alle — das wurde zum Beschluß erhoben, — vorläufig das Gut nicht verlassen.

Sie wichen so besser allen Fragen aus. Hier auf dem Lande lag der Verkehr weit auseinander, und ein erheblicher oder engerer hatte sich, wie schon erwähnt, überhaupt zu ihrer Enttäuschung nicht entwickelt.

Und auch das Aeußerste wurde bereits ins Auge gefaßt.

Wenn schließlich die Dinge das traurige Ende wirklich nahmen — wenn Arthur auf Scheidung bestand — dann waren Knoops dafür, daß Ileisa mit ihrer Tante Berlin und überhaupt die Provinz verließ.

Dann wollten auch Knoops fortziehen.

Herr Knoop dachte an seine Heimat, an Holstein, wogegen die Frauen durchaus nichts einzuwenden hatten. Wenn ihr Vater sich dort ein Gut kaufte, war's ganz in ihrem Sinne.

Fräulein von Oderkranz und Ileisa konnten vielleicht künftig in Hamburg wohnen. Dann konnten sie sich untereinander leicht erreichen.

So endete dieser Tag, und so wurde wiederum ein erheblicher Teil von dem „großem Glück“ abgebröckelt, das dem Verkauf des Geschäftes und der Nobilitierung hatte folgen sollen. —

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