Clairefort wiederholte nun seine Frage.
„Ja,“ sagte Teut, „ich habe mit Ihrer Frau geredet.“
„Was sagte sie, bitte?“
Ohne auf diese Frage unmittelbar zu antworten, entgegnete Teut: „Hat sie Ihnen keine Mitteilung gemacht?“
„Nun—ja und nein! Sie sprach sehr unzusammenhängend. Sie hing sich an meinen Hals, weinte und rief: ‚Ich will mich bessern, Carlos!‘ Ich vermutete, daß diese Äußerung aus dem Gespräch mit Ihnen hervorgegangen sei. Gesagt hat mir Ange nichts.“
Teut horchte auf.—Wie rührend! Welch eine liebenswürdige Reue lag in diesen paar Worten!
„Gut! Warten wir also ab, Clairefort!“
„Ja—“ sagte dieser gedehnt und offenbar unbefriedigt.
Jetzt sah Teut Clairefort versteckt ins Auge. Ein verdrossener, nervöser Zug lag auf seinem Gesicht. Plötzlich stieg in Teut ein beunruhigender Gedanke auf. War Clairefort eifersüchtig? Was stand ihm und Ange bevor, wenn seine Vermutung sich betätigte? Und zugleich überfiel ihn ein gefährlicher Drang, diesen Verdacht zu lösen und zu bekämpfen. Er wollte Vertrauen, er wollte für Freundschaft und Hingebung nicht Mißtrauen, Verstimmung—vielleicht weit Schlimmeres noch.
„Clairefort—!“ hob er durch die peinvolle Stille an. „Clairefort, ich bin Ihr Freund! Sie hatten wohl nie einen aufrichtigeren Freund! Glauben Sie das?“