„So, das sagt Mama? Aber Du hast ja nicht gebeten, Ange. Ich habe sie
Dir ja angeboten.“
Einen Augenblick sann das Kind und dachte nach, dann nickte es lebhaft:
„Ja, eine recht große, die auch schlafen kann und ein seidenes Kleid hat, Onkel Axel. Schenkst Du sie mir bald—heute?“
„Ich will sehen, Ange. Aber mir fällt etwas ein. Wenn ich Dir nun eine
Puppe bringe und den übrigen keine?“
„Die andern spielen ja gar nicht mehr mit Puppen!“ rief Ange, Teuts
Unwissenheit mit höchster Verachtung strafend.
„Ganz recht! Aber sie möchten gewiß etwas anderes haben, was ihnen
Freude macht. Erna wünscht sich vielleicht einen seidenen Sonnenschirm,
Jorinde einen neuen Hut, und Ben und Fred möchten gerne kleine Ponys
haben.“
„Ja, ja, Onkel Axel,“ rief Ange stürmisch, „schenk ihnen Ponys, dann können wir zusammen ausfahren—“ Aber sie unterbrach sich ebenso rasch: „Nein, Onkel, es geht doch nicht. Mama will ja nicht, daß Du uns etwas schenkst. Papa erlaubt es nicht.“
Teut horchte auf.
„Er fragte Mama, woher sie ihr Geld hätte. Mama weinte und sagte, daß Du uns Geld geschenkt hättest. Da wurde Papa so böse, daß wir auch alle weinten und hinausgehen mußten. Mama darf nichts von Dir nehmen, Onkel. Nein, Onkel, schenke Ben und Fred keine Ponys. Papa nimmt sie ihnen doch weg, und sie werden bestraft. Aber ich will Papa bitten, ob Du mir eine Puppe schenken darfst. Ja, Onkel? Mama soll ihn bitten.“
Teut antwortete nicht. Es schwirrte ihm noch in den Ohren, was das Kind gesprochen, und seine Gedanken waren weit ab.