„Bitte, wenn es in meiner Macht steht—“

„Also, ohne Einleitungen. Ich brauche fünftausend Mark, die ich augenblicklich nicht habe, die ich aber durch Bürgschaft erhalten kann. Ich wollte Sie nun bitten, liebster Teut, daß Sie—“

„Bürgschaften übernehme ich nie,“ erwiderte Teut. „Ich habe meinem Vater einen Schwur geleistet, mich niemals in der Weise zu verpflichten. Also dieser Fall ist ausgeschlossen.“

„Fatal! Ich brauche das Geld bereits morgen und weiß es sonst nicht anzuschaffen.“

„Hm, bis morgen—?“ sagte Teut nachdenklich. Und nach einer Pause: „Entschuldigen Sie die Frage, wie die Sache sich so auf die Stunde hat zuspitzen können? Es wird gar nicht möglich sein, Ihnen so rasch zu dienen.“

Teut schlug mit den Hacken zusammen, und in Zirps Mienen malte sich einige Verlegenheit. Er streifte die Asche von der Cigarre auf den Fußboden ab und benutzte dann mit einem nachträglichen „Pardon!“ den bereit gestellten Aschbecher.

„Bitte, bitte!“ schob Teut phlegmatisch ein.

„Hören Sie, lieber Teut,“ begann Zirp mit gezwungenem Anlauf, „ich will offen reden. Ich habe Wechsel ausgestellt, die bereits gestern fällig waren. Ich hoffte sie auf die Stunde bezahlen zu können. Allein meine Schwester, auf die ich sicher rechnete, hat mir mein Ansuchen abgelehnt.“

Er hielt inne, aber Teut kam ihm nicht zu Hilfe. Eine peinliche Pause trat ein.

„Wohl,“ sagte Teut endlich und strich den langen Schnurrbart; „ich begreife. Aber was ich durchaus nicht verstehe“—Zirp fand diesen hochmütigen Ton, dieses etwas schulmeisterliche Wesen Teuts ganz unerträglich—„wie wollen Sie denn nach der üblichen Frist von drei Monaten zahlen?“