"Diese weibliche Person, Leonie Monier, eine Nähterin der Vorstadt St.
Antoinne, war vor wenigen Monaten noch das, was du mir heute bist,
Lucile—

Du begreifst, daß ich mich in sie verlieben konnte! Ich sage, daß ich
die Beziehungen zu ihr wieder gelöst habe, weil ihr Charakter ein
Zusammenleben unmöglich macht. Ich würde sie sonst trotz ihres einfachen
Standes und anderer Umstände vielleicht geheiratet haben.

Es liegen die Dinge nun, wie folgt:

Sie erklärt mir, dann gutwillig ihrer Rechte auf mich sich begeben zu wollen, wenn du dich entschließest, sie zu empfangen und ihr eine noch zu erörternde bindende Zusicherung zu geben.

Natürlich! Sie vermag nichts gegen mich zu unternehmen.

Mich treibt mein Ich, mich veranlaßt die Erinnerung an die Tage, die ich glücklich mit ihr verlebte, aber mich veranlaßt auch ein bestimmter Umstand, derselbe, welcher mit ihrer an dich zu richtenden Bitte zusammenhängt: alles zu thun, was eine freundliche Lösung unserer Beziehungen herbeizuführen vermag!"

"Wohlan, sprich, Lavard. Ich werde hören!"

"Nun denn, Lucile! Leonie Monier ist dieser Tage Mutter eines Kindes geworden. Sie verlangt von uns—und deshalb will sie dich sprechen—die Auferziehung ihres Kindes und die Sorge für dieses bis zu einem gewissen Zeitpunkt. Dann soll's wieder ihr Eigentum sein, oder wir sollen ihr's für eine namhafte Summe abkaufen—"

"Ah—ah—welch ein berechnender Handel, und gar mit dem eigenen Kinde! Hinter diesen engelhaften Zügen sucht man etwas anderes! Und alles hätte ich eher erwartet, als dies. Du erhebst einen Anspruch an mich, zu dem eine starke Selbstverleugnung gehört, Lavard. Und was wird sonst noch folgen?" rief ich, meine Erregung nicht verbergend.

Lavard bewegte die Schultern.