‚Ja, ja, das glaube ich wohl,‘ stand in seinem Wesen ausgedrückt. Dann aber sagte er freundlich und doch einen ehrerbietigen Ton in seine Worte legend:

„Was meinen Sie, gnädige Frau, wenn ich mal mit Fräulein Grete spräche?
Ich weiß, sie giebt was auf mich; ja, sie thut, was ich ihr rate.
Neulich kam sie von selbst an und fragte allerlei. Sie wollte wissen,
wie viel das Gut abwürfe und anderes, drum und dran.“

„Ich sehe, Sie teilen meine Besorgnisse — ich sage Besorgnisse, Hederich, denn mich von Holzwerder trennen zu sollen, ist mir ein nicht ausdenkbar schmerzlicher Gedanke. Und mit Grete reden? Hm — hm — Sagen Sie, guter Hederich, — offen zwischen uns, was halten Sie von Herrn von Brecken?“

„Dieselbe Frage richtete Grete damals auch an mich,“ bestätigte Hederich, kratzte seinen Kopf und sog, in Gedanken verloren, an der zerbissenen Zigarrenspitze.

Hederich hatte mancherlei kleine üble Gewohnheiten, aber in seiner Kleidung war er stets musterhaft sauber, und auch sein Gesicht, so wenig schön es war, besaß eine trockene, gesunde, spiegelsaubere Farbe, die Anlaß gab, daß Kinder sich leicht an ihn schmiegten und ihn herzten. Überhaupt wirkte seine Erscheinung, wenn er nicht gerade das Gesicht unter dem Reflex innerer Eindrücke allzu sehr auf- und abzog, sehr sympathisch.

Eine warme Empfindung durchdrang gegenwärtig auch Frau von Tressen; sie liebte den Mann, sie fühlte grade in diesem Augenblick, wie sehr ihr Herz ihm zugethan war, und seine Bewegungen, das häufige Berühren des Gesichts mit den Händen, sein Kopfkratzen und Schulterziehen gehörten einmal zu ihm.

„Nun, und was erwiderten Sie, Hederich?“ fragte Frau von Tressen sehr gespannt.

„Drum und dran, ich sagte, er kenne nur sich und nochmals sich, aber sonst hätte er wohl die ausgelassenen Tage im Rücken und würde sicher künftig seinen Kram zusammenhalten.“

„Sie raten mir also auch, daß ich auf sehr präzisen Abmachungen bestehe?
Auf schriftliche!?“

„Na ob!“ stieß Hederich heraus.