„Rindvieh!“ rief Lauscher. „Was du einen feinen Herrn nennst! War er feiner als ich?“
„Viel, viel feiner! Ein Gentleman, sag ich euch. Übrigens dummes Geschwätz! — er kommt heut abend her, er hats versprochen.“
„Wa—as? Kein Schwindel? Auf dein Wort?“
„Natürlich, auf alle meine Wörter. Prost, Lauscher!“
„Prost, Elenderle!“
Lauscher zog ein Paket seiner Giftschlangen hervor, schwarze, lange, dünne Zigarren, und bot den andern an. Er zündete sich eine an, blies Wolken, streifte die Asche ab, nahm hin und wieder einen schnellen Schluck und verfiel in eine träumerisch schwere Trägheit. Auch die andern widmeten sich nun still dem Wein und der Zigarre. Eine bläuliche Wolke hing über dem Tische, man hörte die wenigen übrigen Gäste reden und lachen. Die Freunde tranken Glas um Glas und saßen einander versonnen und fast völlig stumm gegenüber, wie sie schon viele Stunden und viele ganze Abende und Nächte versonnen und stumm beisammen um irgend einen Trinktisch gesessen waren.
„Ich bin doch neugierig auf deinen Werber,“ sagte Aber nach einer langen, langen Pause.
Keine Antwort. Mathilde öffnete zwei neue Flaschen. Der Säbelwetzer schenkte ein.
„Übrigens,“ begann Aber wieder, „übrigens, meine Lieben, was könnte eigentlich aus uns noch werden? Wer wird uns anwerben? Sei’s noch um zwei Semester, so ist bei mir die Gnadenfrist vorbei.“
„Und bei mir der Mammon,“ sagte der Säbelwetzer. „Umsatteln kann ich nimmer.“