„Nein,“ sagte Klingsor, „ich meine den andern Vers, mit Reimen, von den Haaren, die am Morgen noch dunkel waren —“
Hermann sagte alsbald den Vers:
Noch am Morgen glänzten deine Haare wie schwarze Seide,
Abend hat schon Schnee auf sie getan,
Wer nicht will, daß er lebendigen Leibes sterbend leide,
Schwinge den Becher und fordre den Mond als Kumpan!
Klingsor lachte laut, mit seiner etwas heiseren Stimme.
„Braver Li Tai Pe! Er hatte Ahnungen, er wußte allerlei. Auch wir wissen allerlei, er ist unser alter kluger Bruder. Dieser trunkene Tag würde ihm gefallen, es ist gerade so ein Tag, an dessen Abend es schön wäre, den Tod Li Tai Pes zu sterben, im Boot auf dem stillen Fluß. Ihr werdet sehen, alles wird heut wunderbar sein.“
„Was war das für ein Tod, den Li Tai Pe auf dem Fluß gestorben ist?“ fragte die Malerin.
Aber Ersilia unterbrach, mit ihrer guten tiefen Stimme: „Nein, jetzt höret auf! Wer noch ein Wort von Tod und Sterben sagt, den habe ich nicht mehr lieb. Finisca adesso, brutto Klingsor!“