Wir schauten alles ein wenig an und setzten uns dann im Grase, das stellenweise hoch und in Blüte stand, und ruhten aus und wurden kühl und zufrieden.
Knulp las den Namen auf dem nächsten Kreuz und sagte: »Der heißt Engelbert Auer und ist über sechzig Jahr alt geworden. Dafür liegt er jetzt unter Reseden, was eine feine Blume ist, und hat es ruhig. Reseden möcht ich schon auch einmal haben, und einstweilen nehm ich eine von den hiesigen mit.«
Ich sagte: »Laß sie nur und nimm was anderes, Reseden welken bald.«
Er brach doch eine ab und steckte sie auf seinen Hut, der neben ihm im Grase lag.
»Wie es da schön still ist!« sagte ich.
Und er: »Ja, schon. Und wenn es noch ein wenig stiller wär, so könnten wir wohl die da drunten reden hören.«
»Das nicht. Die haben ausgeredet.«
»Weiß man’s? Man sagt doch immer, der Tod ist ein Schlaf, und im Schlaf redet man oft und singt auch mitunter.«
»Du vielleicht schon.«
»Ja, warum nicht? Und wenn ich verstorben wär, da würd ich warten, bis am Sonntag die Mädlein herüberkommen und still herumstehen und sich von einem Grab ein Blümlein abbrechen, und dann würd ich ganz leis anfangen singen.«