»Kann schon sein,« brummte der Steinklopfer und sah einen Augenblick empor, vom Mittagslicht auf der hellen Straße geblendet. »Wo wollet Ihr hinaus?«

»Nach Rom zum Papst,« sagte Knulp. »Ist’s wohl noch weit?«

»Heut kommet Ihr nimmer hin. Wenn Ihr überall stehen bleiben müsset und die Leute in der Arbeit stören, dann erlaufet Ihr’s in keinem Jahr.«

»So, meinet Ihr? Na, eilig hab ich’s nicht, Gott sei Dank. Ihr seid ein fleißiger Mann, Herr Andres Schaible.«

Der Steinklopfer hielt die Hand über die Augen und musterte den Wanderer.

»Ihr kennt mich also,« sagte er bedächtig, »und ich kenn Euch auch, will mir scheinen. Bloß auf den Namen muß ich noch kommen.«

»Da müsset Ihr den alten Krabbenwirt fragen, wo wir Anno neunzig allemal unseren Sitz gehabt haben. Aber er wird nimmer leben.«

»Schon lang nimmer. Aber jetzt tagt mir’s, alter Kunde. Du bist der Knulp. Setz dich ein bißchen her, und grüß Gott auch!«

Knulp setzte sich, er war zu rasch gestiegen und atmete mit Beschwerden; er sah erst jetzt, wie schön in der Tiefe das Städtchen lag, blaublanker Fluß, rotbraunes Dächergewimmel und kleine grüne Bauminseln dazwischen.

»Du hast es nett hier droben,« sagte er aufatmend.