Der kranke Herr verzog den Mund und schwieg. Er schloß die Augen und besann sich auf Wege, doch noch in Güte zum Ziel zu kommen. Allein er fand keine, und da er Schmerzen hatte und nicht sicher sein konnte, ob er morgen noch das Bewußtsein haben werde, entschloß er sich zum letzten.

„Sei so gut und bring ihn her,“ sagte er ruhig.

„Den Walter?“

„Ja, aber sogleich.“

Frau Kornelie ging langsam bis an die Tür. Dann kehrte sie um.

„Tu es lieber nicht!“ sagte sie bittend.

„Was denn?“

„Das, was du tun willst, Hugo. Es ist gewiß nicht das Rechte.“

Er hatte die Augen wieder zugemacht und sagte nur noch müde: „Bring ihn her!“

Da ging sie hinaus und in die große, helle Vorderstube hinüber, wo Walter über seinen Schulaufgaben saß. Er war zwischen zwölf und dreizehn, nicht sehr groß, aber gesund, ein ruhiger und gutwilliger Knabe. Im Augenblick war er freilich verscheucht und aus dem Gleichgewicht, denn man hatte für besser gehalten, ihm nicht zu verheimlichen, daß es mit dem Vater zu Ende gehe. So folgte er der Mutter verstört und mit einem inneren Widerstreben kämpfend in die Krankenstube, wo der Vater ihn einlud, neben ihm auf dem Bettrand zu sitzen.