„Armer Kerl!“
Sie tranken und rauchten in friedlichem Schweigen, sie sahen das Licht in den geschliffenen Glaskelchen blitzen und in dem goldenen Weine wärmer leuchten, sahen den blauen Rauch unentschlossen durch den weiten Raum schwanken und sich in launische Fäden verschnörkeln, und sahen zuweilen einander an, mit gelösten offenen Blicken, die kaum der Sprache mehr bedurften. Es war, als sei schon alles gesagt.
Ein Nachtfalter strich surrend durch die Werkstatt und stieß drei-, viermal heftig mit einem dumpfen Schlag wider die Wände. Dann saß er still und betäubt, ein sammetgraues Dreieck, am Plafond.
„Kommst du im Herbst mit mir nach Indien?“ fragte Burkhardt endlich zögernd.
Wieder war es lange still. Der Schmetterling begann langsam zu wandern. Grau und klein kroch er vorwärts, als habe er das Fliegen vergessen.
„Vielleicht,“ sagte Veraguth. „Vielleicht. Wir müssen ja noch miteinander reden.“
„Ja, Johann. Ich will dich nicht quälen. Aber ein wenig mußt du mir noch erzählen. Ich hatte nie erwartet, daß es zwischen dir und deiner Frau wieder gut werden würde, aber –“
„Es war ja von Anfang an nicht gut!“
„Nein. Aber es hat mich doch erschreckt, daß es so weit gekommen ist. So kann es ja nicht bleiben. Du gehst zugrunde.“
Veraguth lachte rauh.