„Wie gefällt dir Fritz?“ fragte der Vater. „Nicht wahr, er ist groß geworden?“

„O ja.“

„Und auch ordentlich ernster, nicht? Er fängt doch an, aus den Kindereien herauszukommen. Ja, nun habe ich lauter erwachsene Kinder.“

Es geht an, dachte ich und schämte mich ein wenig. Aber es war ein prächtiger Nachmittag, in den Kornfeldern flammte der Mohn und lachten die Kornraden, wir spazierten langsam an der Herrlichkeit vorüber und sprachen von lauter vergnüglichen Dingen. Wohlbekannte Wege und Waldränder und Obstgärten begrüßten mich und winkten mir zu, und die früheren Zeiten kamen wieder herauf und sahen so hold und strahlend aus, als wäre damals alles paradiesisch gut und vollkommen gewesen.

„Jetzt muß ich dich noch was fragen,“ fing Lotte an. „Ich habe im Sinn gehabt, eine Freundin von mir für ein paar Wochen einzuladen.“

„So, von woher denn?“

„Von Ulm. Sie ist zwei Jahre älter als ich. Was meinst du? Jetzt, wo wir dich da haben, bist du die Hauptsache, und du mußt es nur sagen, wenn der Besuch dich genieren würde.“

„Was ist’s denn für eine?“

„Sie hat das Lehrerinnenexamen gemacht –“

„O je!“