„So?“ sagte ich und ließ sie an mir vorbeigehen. Aber da nahm meine Schwester ihren Strohhut mit den blauen Bändern und rief: „Das wird nett. Ich geh auch mit.“

Und wir stiegen zu dritt die Treppe hinunter, ich machte eifrig das schwere Haustor auf, und wir traten in die laue Dämmerung hinaus und gingen langsam durch die Stadt, über Brücke und Marktplatz und in die steile Vorstadt hinauf, wo Helenes Eltern wohnten. Die zwei Mädchen plauderten miteinander wie die Staren, und ich hörte zu und war froh, dabei zu sein und zum Kleeblatt zu gehören. Zuweilen ging ich langsamer, tat, als schaue ich nach dem Wetter aus, und blieb einen Schritt zurück, dann konnte ich sie ansehen, wie sie den dunkeln Kopf frei auf dem steilen, hellen Nacken trug, und wie sie kräftig und zierlich ihre ebenmäßigen, schlanken Schritte tat.

Vor ihrem Hause gab sie uns die Hand und ging hinein, ich sah ihren hellen Hut noch im finsteren Hausgang schimmern, ehe die Tür zuschnappte.

„Also denn.“

„Ja,“ sagte Lotte. „Sie ist doch ein schönes Mädchen, nicht? Und sie hat etwas so Liebes.“

„Jawohl. – Und wie ist’s jetzt mit deiner Freundin, kommt sie bald?“

„Geschrieben hab ich ihr gestern.“

„So so. Ja, gehen wir den gleichen Weg heim?“

„Ach so, wir könnten den Gartenweg gehen, gelt?“

Wir gingen den schmalen Steig zwischen den Gartenzäunen. Es war schon dunkel, und man mußte aufpassen, da es viele baufällige Knüppelstufen und heraushängende morsche Zaunlatten gab.