Hans trat vor. Der Lehrer gab ihm die Hand.

„Ich gratuliere dir, Giebenrath. Du hast das Landexamen als Zweiter bestanden.“

Es entstand eine feierliche Stille. Die Tür ging auf und der Rektor trat herein.

„Ich gratuliere. Nun, was sagst du jetzt?“

Der Bub war ganz gelähmt vor Überraschung und Freude.

„Na, sagst du gar nichts?“

„Wenn ich das gewußt hätte,“ fuhr es ihm heraus, „dann hätt’ ich auch vollends Primus werden können.“

„Nun geh heim“, sagte der Rektor, „und sag’ es deinem Papa. In die Schule brauchst du jetzt nicht mehr zu kommen, in acht Tagen fangen ja ohnehin die Ferien an.“

Schwindlig kam der Junge auf die Straße hinaus, sah die Linden stehen und den Marktplatz in der Sonne daliegen, alles wie sonst, aber alles schöner und bedeutungsvoller und freudiger. Er hatte bestanden! Und er war Zweiter! Als der erste Freudensturm vorüber war, erfüllte ihn ein heißes Dankgefühl. Nun brauchte er dem Stadtpfarrer nicht aus dem Wege zu gehen. Nun konnte er studieren! Nun brauchte er weder den Käsladen noch das Kontor mehr zu fürchten!

Und jetzt konnte er auch wieder angeln. Der Vater stand gerade in der Haustür, als er heimkam.