Eines Abends erschien der Herr Rektor persönlich im Hause Giebenrath. Nachdem er den geschmeichelten Vater mit Höflichkeit losgeworden war, trat er in Hansens Stube und fand den Knaben am Evangelium Lucä sitzen. Er begrüßte ihn freundlichst.

„Das ist schön, Giebenrath, schon wieder fleißig! Aber warum zeigst du dich denn gar nicht mehr? Ich erwartete dich jeden Tag.“

„Ich wäre schon gekommen,“ entschuldigte sich Hans, „aber ich hätte Ihnen gern wenigstens einen schönen Fisch mitgebracht.“

„Fisch? Was denn für einen Fisch?“

„Nun, einen Karpfen oder so was.“

„Ah so. Ja, angelst du denn wieder?“

„Ja, nur ein bißchen. Der Vater hat’s erlaubt.“

„Hm. So. Macht’s dir viel Vergnügen?“

„Ja, schon.“

„Schön, ganz schön, du hast dir ja deine Ferien wacker verdient. Da hast du wahrscheinlich jetzt wenig Lust, nebenher noch zu lernen?“