„Da lesen wir Homer,“ höhnte er weiter, „wie wenn die Odyssee ein Kochbuch wäre. Zwei Verse in der Stunde, und dann wird Wort für Wort wiedergekäut und untersucht, bis es einem zum Ekel wird. Aber am Schluß der Stunde heißt es da jedesmal: Sie sehen, wie fein der Dichter das gewendet hat, Sie haben hier einen Blick in das Geheimnis des dichterischen Schaffens getan! Bloß so als Sauce um die Partikeln und Aoriste herum, damit man nicht ganz dran erstickt. Auf die Art kann mir der ganze Homer gestohlen werden. Überhaupt was geht uns eigentlich das alte griechische Zeug an? Wenn einer von uns einmal probieren wollte, ein bißchen griechisch zu leben, so würde er rausgeschmissen. Dabei heißt unsere Stube Hellas! Der reine Hohn! Warum heißt sie nicht „Papierkorb“ oder „Sklavenkäfig“ oder „Angströhre“? Das ganze klassische Zeug ist ja Schwindel.“
Er spuckte in die Luft.
„Du, hast du vorher Verse gemacht?“ fragte nun Hans.
„Ja.“
„Über was?“
„Hier, über den See und über den Herbst.“
„Zeig’ mir’s!“
„Nein, es ist noch nicht fertig.“
„Aber wenn’s fertig ist?“
„Ja, meinetwegen.“