Der Schuhmacher deutete den durchs Kirchhoftor abziehenden Gehröcken nach.
„Dort laufen ein paar Herren,“ sagte er leise, „die haben auch mitgeholfen, ihn so weit zu bringen.“
„Was?“ fuhr der andere auf und starrte den Schuster zweifelnd und erschrocken an. „Ja, Sackerlot, wieso denn?“
„Seien Sie ruhig, Herr Nachbar. Ich hab’ bloß die Schulmeister gemeint.“
„Wieso? Wie denn?“
„Ach, nichts weiter. Und Sie und ich, wir haben vielleicht auch mancherlei an dem Buben versäumt, meinen Sie nicht?“
Über dem Städtchen war ein fröhlich blauer Himmel ausgespannt, im Tale glitzerte der Fluß, die Tannenberge blauten weich und sehnlich in die Weite. Der Schuhmacher lächelte fein und traurig und nahm des Mannes Arm, der aus der Stille und seltsam schmerzlichen Gedankenfülle dieser Stunde zögernd und verlegen den Niederungen seines gewohnten Daseins entgegenschritt.
Ende
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