Im Jahre 1892 traten die bekannten französischen Luftschiffer Hermite und Besançon mit einem Projekte hervor, von Spitzbergen aus mit fünf Personen in 5 1/2 Tagen den Nordpol mit Ballon zu erreichen. Der Ballon sollte 15.000 m3 besitzen und 16 kleine Gasballons, von je 180 m3 Inhalt, als Gasreservoirs, die sich bei 830 m Höhe öffneten, mitnehmen. Der Ballon sollte ein 3000 m3 großes Ballonet haben und eine 1600 m lange Schleifleine mit sich führen. Proviant war für 80 Tage vorgesehen.

Fig. 22. Andrée, der Führer der ersten Luftballon-Nordpolexpedition.

Der erste aber, und hoffentlich auch der letzte, welcher wirklich mit einem Kugelluftballon die Reise nach dem Pol angetreten hat, war Andrée mit seinen Reisegefährten Fränkel und Strindberg.

Nachdem Andrée schon im Jahre 1896 in Spitzbergen den Ballon gefüllt, aber weil günstige Winde nicht eintraten, die Abfahrt auf das nächste Jahr verschoben hatte, trat er die Reise in das ewige Eis und damit gleichzeitig, wie wir heute leider als bestimmt annehmen müssen, in das Jenseits, am 11. Juli 1897 an.

Vom 19.-22. Juni wurde der 5000 m3 fassende Ballon mit Wasserstoffgas in 89 Stunden gefüllt.

Fig. 23. Fränkel, Teilnehmer an der Andrée-Expedition.

Andrée trat mit seinem Vorschlage, den Nordpol mit Hilfe des Luftballons zu erreichen, zuerst am 13. Februar 1895 in einem Vortrage in der »Königlich schwedischen Akademie der Wissenschaften« und zwei Tage später in einem ähnlichen Vortrage in der »Gesellschaft für Anthropologie und Geographie« in Stockholm hervor.

Vier Bedingungen stellte er, als zur glücklichen Erreichung des Zieles erforderlich, hin: