Im Torfschiff.

Sengende Mittagsglut zittert auf den Dächern von Osterholz-Scharmbeck. Alle Fenster sind geschlossen, daß die Hitze nicht hineindringt in die kleinen Stuben, denen die Bäume vor den Türen Schatten geben und Kühlung. Sonntag ist es. Ein paar Kinder spielen vor der Türe eines Hauses, sonst ist es still und leer in der Straße. Und verstärkt wird die Stille durch das stille, braune Gesicht des alten, baumlangen, weißbärtigen Fischers, der, ein Knie auf dem roten Binsenstuhl, die Arme auf den Zaun gestützt, rauchend ins Leere sieht. Er wird uns nach Worpswede fahren.

Im kleinen Hafen ist lautes Leben. Ein Dutzend nackte Jungen kauern da im Sande und plätschern in dem braunen, lauwarmen Wasser. So satt und so gesund sehen die braungebrannten Glieder aus im Sonnenlicht, goldbraun sich abhebend von der dunklen Flut, die sie zerteilen.

Langsam und bedächtig macht unser Weißbart das schwarze Torfschiff los, setzt den Mast ein und stakt mit dem langen, eisenbeschlagenen Ruder uns den Kanal entlang, von dessen Ufern purpurner Weiderich uns nachnickt.

Ein weißer Falter begleitet uns ein Weilchen. Dann tanzt er über die niedrigen Weidenbüsche auf die grüne Wiese, weiter, immer weiter, bis er den Augen entschwindet, die hängen bleiben an der weiten grünen, von dunklen Wäldern umrahmten Fläche, auf denen buntes Vieh weidet und über die die Schwalben schießen.

Der Wind frischt auf. Wie wohl das tut bei dem Sonnenbrand! Unser Fischer wischt mit der groben braunen Hand den Schweiß von dem braunen Gesicht und atmet tief auf. Auch ihm bringt die Brise Erholung. Das Staken, das schweißerpressende, es ist zu Ende. Das Segel los und hinaus aus dem engen Kanal in die breite Hamme.