Auf der Haupttafel auf der Deele stand eine großmächtige silberne Bowle mit einem Schilde und darauf war zu lesen, daß die der landwirtschaftliche Verein in Dankbarkeit seinem lieben zweiten Vorsitzenden zu seinem Ehrentage geschenkt hatte.

Als das Essen meist zu Ende war, stand der Ehrenvorsitzende des Vereins, der Graf Kettenburg, auf und alle Augen wurden rund, als er eine schöne Rede hielt und zum Schluß im Namen des Königs dem Bräutigam einen Orden überreichte wegen seiner Verdienste um die Landwirtschaft, und als er zu der Braut ging, und ihr die Hand drückte, da sagte sich Meta, daß dieser Tag viel von den traurigen Jahren gut machte.

Wer sich aber am meisten freute, das war Durtjen; die saß auf ihrem Stuhle und weinte und aß abwechselnd, und ihr Hermen bekam es mit der Angst, denn daß seine Frau das Weinen kriegte, das hatte er noch nie belebt.

Detta hatte sich von Anfang an gut mit Meta gestellt und Sophie hatte die silberne Bowle und die Herren in den Fracks und der Orden zu sehr in die Augen gestochen, als daß sie noch länger die Kalte spielen konnte, zumal der Bäuerin die Gutherzigkeit aus den Augen sah.

Außerdem war die Hochzeit für sie selber auch wichtig, denn beim Essen hatte der Sekretär des landwirtschaftlichen Vereins bei ihr gesessen, und einen so klugen und lustigen Mann hatte sie ihren Tag noch nicht kennen gelernt und noch mit keinem hatte sie so schön tanzen können.

Weil es eine Zeitlang auf der Deele zu voll und zu heiß war, gingen sie in den Hof und vom Hof in den Grasgarten und vom Grasgarten in die Haide und hinterher wußte Sophie gar nicht, was sie von sich denken sollte, denn sie hatte sich von dem fremden Herrn küssen lassen und nicht bloß einmal, und sie hatte ihn wieder geküßt und auch nicht bloß einmal.

Als nach der Hahnenvesper der Wagen vom Hofe fuhr, da winkte sie ihm aus ihrer Dönze nach und dann ging sie zu ihrer Schwester ins Bett und nahm sie in den Arm und weinte ganz gottsjämmerlich und sagte, sie sei ein schlechtes Mensch und Vaters neue Frau sei herzensgut und so schön anzusehen.

Am anderen Tage hatte sie einen Kater, der drei Tage anhielt, denn da kam ein Brief und nun war alles gut und sie lachte und sang den ganzen Tag und war zu ihrer Stiefmutter der reine Honig, so daß Hehlmann den Kopf schüttelte und dachte: »Frauensleute, Frauensleute,« wie Hermen es machte, wenn seine Frau verlangte, daß er lachen sollte.

Es waren vier Wochen hin, da kam Sophie ihrem Vater in den Versuchsgarten nach und sagte: »Vater, ich muß dir etwas sagen: ich muß heiraten!«