Als Hinnerk sie losgelassen hatte, nahm sie die Forke wieder zur Hand und warf weiter Mist aus und sang dabei das Lied von dem roten Husaren, der sein Liebchen bis über den Tod hinaus liebt.
Als der siebente Winter zu Ende ging, wurde Meta krank; sie hatte sich schwer erkältet und wollte sich gar nicht wieder herausmachen. Sie behielt einen kurzen Atem und war schlecht auf den Füßen und die Besinnung ließ zu Zeiten bei ihr nach; dann vergaß sie alles, was zwischen der Zeit lag, in der sie auf dem Dieshofe gelebt hatte. Aber sie war glücklich, vorzüglich, wenn ihr Mann bei ihr saß und sie im Arm hatte, was er viel tun mußte, da sie sonst nicht warm wurde.
Gegen den Sommer wurde es besser mit ihr, so daß sie im Hause hin- und hergehen und Kartoffeln schälen und Kaffee machen konnte; des Abends aber kamen ihr meist die Gedanken durcheinander und dann hatte sie sich, als wenn sie mit Göde Heimlichkeiten vorhatte und wenn er sie zu Bett brachte, lachte sie vor sich hin und sagte: »Nicht so laut, die andern brauchen da nichts von zu wissen.«
Als die Birken gelb werden wollten, kam Göde eines Abends nach Hause und fror; er hatte sich bei den Fischteichen schwitzig gearbeitet und in der Haide wehte eine scharfe Luft. Am anderen Tage ging es ihm sehr schlecht und als es am dritten Tage nicht besser mit ihm werden wollte, wurde nach dem Doktor geschickt.
Der machte eine krause Stirn und als er an dem Kranken herumgehorcht hatte, sagte er: »Wenn nicht ein Wunder geschieht, kriegen wir ihn nicht durch; er hat eine ganz gefährliche Lungenentzündung.«
Es war, als wenn Meta dadurch, daß ihr Mann krank war, auf einmal ganz gesund wurde. Sie war von seinem Bette nicht fortzukriegen.
»Heute ist mir besser, Meta,« sagte der Kranke am sechsten Morgen. »Wir haben doch noch schöne Tage miteinander gehabt, meine Meta,« und seine Hände, die ganz mager geworden waren in den Tagen, drückten ihren Kopf an seine Brust.
»Meine Meta, meine gute Meta,« sagte er dann und ihr war, als wenn er sie küssen wollte. Aber er schlief schon wieder ein.
Als Detta nach ihrem Vater sehen wollte, lag er tot im Bette und hatte ein freundliches Gesicht; die Stiefmutter aber saß im Backenstuhl neben dem Ofen und schlief vor Schwäche.
Die Bäuerin schlug die Schürze vor das Gesicht und ging schnell über die Deele und winkte der Großmagd, sie solle mit dem Singen aufhören, denn sie sang wieder: