Als Müller Prasuhns Christian Wolf mit seiner Armut geneckt hatte, da hatte dieser ruhig gesagt: »Geld ist Dreck. Ich will lieber deutsch hungern als wendisch prahlen,« und dann hatte er sich umgedreht und Christian stehen lassen, der ihm mit tückischen Augen nachsah, denn wenn auch sein Vater stinkereich war, daß er aus dem Wendischen war, hing ihm überall nach, und der ärmste Häusling dünkte sich mehr zu sein, als der reiche Müller.
Da nun Wolf mit Christian seit diesem Tage nie mehr sprach und Walter ihm auch nicht gefiel, so schloß er sich an Göde an, zumal sie beide denselben Weg hatten, denn Hohenholte lag hinter dem Hehlenhof nach Ohlendorp zu.
Und da Wolf immer am Hansburhofe vorbeimußte, so machte es sich von selber, daß er Göde abholte, und als eines Tages ein mächtiges Wetter niederging, nahm er die Einladung der Bäuerin an und blieb zum Mittag da.
Am andern Morgen kam Herr von Hohenholte auf den Hof geritten. Die Bäuerin fütterte gerade das Federvieh, als er aus dem Sattel sprang.
»Guten Morgen, Frau Hehlmann,« rief er über den Hof, »Sie sollen auch vielmals bedankt sein, daß Sie gestern meinen Bengel beherbergt und verpflegt haben.«
Die Bäuerin schlug errötend in die Hand ein: »O, da nicht für, Herr Rittmeister! Es war uns eine Freude.«
Da kam Hehlmann aus dem Stalle, ein Wort gab das andere und der Bauer lud den Freiherrn ein, sich das Vieh anzusehen.
Das Gesicht des Rittmeisters wurde immer länger, als er die Pferde, das Vieh und die Schweine sah. Er sah sich auf dem Hofe um und fragte:
»Wieviel Gebäude stehen hier eigentlich?« denn überall zwischen den Eichen sah man einen Stall, einen Speicher oder Schuppen.