»Wenn das so beibleibt,« sagte Durtjen, die den Großknecht geheiratet hatte und jetzt dem Bauern die Wirtschaft führte, »denn setzt er sich noch was in den Kopp!«

Hermen brummte; er war kein Freund vom vielen Reden, aber er nickkoppte wenigstens, damit seine Frau nicht, wie jeden Tag zwölfmal, ihn in die Rippen stieß und sagte: »Junge, sei nicht so faulmäulsch!«

»Ach Hermen,« sagte die hübsche stramme Frau und setzte sich ihrem Manne auf den Schoß, worüber er sich so verjagte, daß ihm beinahe die Pfeife aus dem Munde fiel, »es ist doch schrecklich, wenn ein Mensch so allein ist.«

Und sie nahm ihn an den Kopf und gab ihm einen Kuß, worüber er brummte, als wenn ihm das sehr unangenehm wäre. Er hatte es aber gern, nur kam ihm das immer etwas dumm vor, daß er jetzt ganz regelrecht eine Frau hatte.

»Viel ist mit dir ja nicht aufzustellen, du Dössel,« lachte Durtjen und kitzelte ihn, daß er prustete wie ein Maikater; »aber es ist doch besser, als gar nichts. Nun sag doch auch mal was, du oller Schrapenpüster, oder ich kitzele dich, bis du das Elend kriegst!«

Sie sprang von seinem Schoße, stellte sich vor ihn hin und tat so, als wenn sie ihre Worte wahr machen wollte. Er wand sich vor Verlegenheit und je näher sie ihm mit ihren runden Armen kam, um so brummiger wurde sein Gesicht, bis er endlich die Pfeife beiseite legte und ungeschickt, wie ein Bär, seine junge Frau um den Hals faßte. Und als er erst im Zuge war, da wurde er ganz rechtschaffen zärtlich.

Durtjen huschelte sich ganz fest an ihn heran: »Siehst du, du Hanns Taps, du bist grade so, wie das schwarzbunte Schwein: eh' man das nicht mit dem Maul in den Trog stößt, nimmt es nicht an. Aber nun wollen wir mal wie vernünftige Leute reden: was ist das mit dem Bauern? Man möcht' ja beinahe laut losheulen, wenn man das so mit ansehen muß. Kein einmal lacht er, hat an nichts Spaß, kaum daß er die Hunde ansieht, wo er doch früher immer mit zu Gange war, wenn er sonst nichts vorhatte. Nu rede doch mal, du Hammel!«

Aber Hermen brummte bloß, und da er einmal warm geworden war, versuchte er, seine Frau wieder in den Arm zu nehmen.

Sie aber wehrte ab: »Da hast du nachher noch Zeit zu. Weißt du was: sobald ich kann, fährst du mich nach dem Dieshofe. Ich will doch mal sehen, ob ich Meta nicht wieder herkriege. Ich möchte bloßig wissen, was mit den beiden Leuten los ist. Sie waren sich doch ganz einig.«