Sie drängte ihn nach dem Busche hin und da, wo die weißen und gelben Blumen durch den blanken Efeu kamen, setzten sie sich hin.
Miken riß eine weiße und eine gelbe Blume ab und warf sie in den Quellbach, der vor ihnen dahinschoß. Die weiße Blume blieb hängen, die gelbe trieb fort.
»So ist es,« sagte das Mädchen und sah ihn an, und er sah, daß sie noch dieselben bunten Augen hatte, wie vor Jahren; »der eine muß in die Welt und der andere bleibt da, wo er ist.«
Sie seufzte, aber dann schüttelte sie den Kopf, daß ihr rotes Haar nur so leuchtete, lachte und sagte: »Magst du keine Weibsleute mehr, Göde?« und damit bog sie ihren Kopf zurück, bis er an seiner Brust lag, und ihre Augen wurden klein wie an dem Tage, als er hier den großen Bock geschossen hatte und dadurch mit ihr bekannt wurde.
Als der Bauer zum Mittag kam, hatte er andere Augen als am Tage vorher, so daß Durtjen über das ganze Gesicht lachte.
Als dann der Hund den Wassereimer herunterriß, daß die ganze Deele schwamm, mußte sie so lachen, daß sie ganz schwach auf die Bank fiel, und da der Bauer auch mitlachte, ließ auch Hermen sein Lachen vernehmen, das sich anhörte, als wenn der alte Schnuckenbock hustete.
»Von heute ab wird einen anderen Weg gefahren,« sagte Durtjen zu ihrem Manne; »es wird gelacht, daß die Haide wackelt, wo es eben geht, und wenn du Ungetüm nicht mithältst, dann schmier dir man deine Rippen.«
»Willst du wohl gleich lachen, du Töffel!« schrie sie ihn an und ging mit spitzen Fingern auf ihn los.
Aber Hermen machte, daß er in den Stall kam, und da kratzte er sich hinter den Ohren und sagte zu Hans, dem Fuchs, den die Liese nicht in Ruhe ließ, stöhnend: »Die Frauensleute! Die Frauensleute!«
Durtjen hielt Wort. Wo sie ging und stand, hörte man ihr helles Lachen, bald im Stall, bald auf dem Boden, und dann wieder aus dem Backhause.