Der Beifinger.
Das Kind schlief, und Detta Hehlmann sah es an, bis daß der gelbe Vogel draußen so laut an zu pfeifen fing, daß sie nach dem Fenster sehen mußte.
Im Garten ging der Wind; das Weinlaub war rege und ein weißer Nägelchenbusch ging immer auf und ab.
Der jungen Frau bedünkte es, als hätte sie das alles noch kein mal gesehen. Vier Tage waren es erst her, daß sie von den Füßen mußte, aber ihr war zu Mute, als wenn ein Jahr darüber hin wäre.
Noch kein mal war ihr das Weinlaub so schön vorgekommen und noch nie hatte der Wigelwagel so süß in den Hofeichen gesungen.
Ihr wurde ganz weichmütig zu Sinne und die Augen gingen ihr über. Ihr war so wunderlich, daß sie die Hände falten mußte.
Ihren Johann hatte sie, einen guten Mann, und dann dieses Kind, so schön und so gesund. Am ersten Maitage in der Frühe war es dagewesen, ein Morgenkind, ein Maikind, und darum war es wohl so schön.
Die Mutter hatte recht; heute hatte der Junge ganz andere Augen.