Er besann sich eine Weile, trank einen kleinen Schluck und fing wieder an: »Damals ist ein Bauernsohn und ein Knecht hier fortgekommen. Kröger hieß der eine und der andere, wie hieß der doch? Timmermann, glaub' ich. Das waren beide Freischützen. Man hat da nichts wieder von gehört. Was unser Vater war, der sagte: Der Förster hätte sie totgeschossen und ausgezogen und in den dichten Busch geschleppt, für die wilden Schweine, und die lassen nichts von übrig, als die großen Knochen. So wird es mit Kordesklas auch sein.«
Hehlmann schudderte es. Er trank seinen Schnaps aus und schenkte sich noch einen ein.
Er saß bis neun Uhr im Kruge, aber von Kordes kam keine Nachricht. Am anderen Tage auch nicht. Und überhaupt nicht.
Der Gendarm fragte überall um, konnte aber nichts herauskriegen. Von Celle kamen die Gerichtsherren; es war ihnen ein Brief ohne Unterschrift zugegangen, worin es hieß, daß der polsche Förster Kordes umgebracht hätte und darunter stand: »Auge um Auge, Zahn um Zahn!«
Der Förster wurde vernommen, aber er blieb dabei, daß er das Laufen gehabt hätte und von Mittag an im Bett geblieben sei.
Am anderen Tage lagen seine beiden Hunde tot im Stall. Als er abends den Laden zumachte, wurde nach ihm geschossen. Die Haushälterin sagte ihm auf. Kein einer Mensch bot ihm die Tageszeit.
Wenn er durch das Dorf ging, schrie es von irgendwo her: »Bluthund, polscher Mörder, Kain, wo ist dein Bruder Abel?« Wo er sich sehen ließ, pfiffen die Männer das Lied von dem Freischütz, den der Jäger totschoß, und die Kinder schimpften hinter ihm her.
Die Pflanzkämpe in seinem Belaufe waren in einer Nacht kurz und klein getrammpt und in der anderen brannte der Schuppen beim Forsthause, und keine Hand rührte sich, um beim Löschen zu helfen. Der Krämer und die Wirte verkauften ihm nichts mehr.