Ostern ging Anna; sie sah wie die Wand aus, als sie der Bäuerin die Hand gab.
Als das Mädchen aufsagte, meinte die Frau zu dem Bauern, ohne aufzusehen: »Sie wird uns schwer abgehen, so fix wie sie bei der Arbeit war.«
Er aber wandte sich ab: »Es gibt mehr Mädchen, die arbeiten können. Wer fort will, den soll man nicht halten.«
Er hatte seit jenem Morgen nicht mehr als das Nötigste mit ihr gesprochen.
Acht Tage, nachdem sie fort war, ging Hehlmann durch das Dorf. Als er an dem braunen Roß meist vorbei war, rief ihn der Wirt herein: »Weißt du schon, daß der junge Herr vom Gute sich umgebracht hat?«
Der Bauer fuhr zurück: »Wolf?«
Der Wirt nickte: »Müller Prasuhn hat es eben erzählt; er hat es gestern in Celle gehört. Es soll um das rote Miken gekommen sein. Mit der hat er es immer noch gehalten, auch nachdem er schon befreit war, oder vielmehr, das Frauensmensch hat ihn nicht losgelassen, seitdem er zu Gelde gekommen war, und da hat sie ihm irgend eine Schweinerei gemacht. Schade, es war so ein freundlicher Mann! Zuletzt sah er ja meist was still aus.«
Abends sah Trina ihren Mann immer von der Seite an, aber fragen mochte sie nicht, denn sie glaubte, er bange sich um Anna. Schließlich kam er von selber mit der Sprache heraus und als wenn er zu sich selber redete, sprach er vor sich hin, indem er in das Feuer sah: »Das kommt von den Heimlichkeiten; ein verheirateter Kerl muß klare Bahn um sich haben, sonst tut das kein gut.«
Von da ab sah ihm die Bäuerin wieder in die Augen und brachte es fertig, ihm die Kinder zu bringen und sich dicht bei ihm zu stellen, wenn er mit ihnen spielte, und so wurde es bei kleinem zwischen ihm und ihr halbwege richtig.