Sowie er in die Tür trat, sprang der wilde Meyer auf und hielt eine Rede auf Hehlmann und dann brachte er ihm ein Horüdho nach alter Art aus, daß ihm das Maul schäumte, und die anderen, die alle Jäger waren, gaben Hals wie eine vollzählige Meute.

»Jetzt wird es erst lustig,« schrie der rote Schmidt, »jetzt wird Hatten Lena gespielt, daß die Haide wackelt.«

Das war ein Kartenspiel, bei dem in einem fort gesungen wurde: »Hatten Lena mit de Newelkapp, kiek mal to'n Finster rut, mak apen mal din Etelschapp, min Magen bellt ganz lut; un wenn du noch wat owar hest, so lang man her den lesten Rest, Hatten Lena mit de Newelkapp, kiek mal to'n Finster rut.«

Auf dem Tische stand eine Flasche oder ein Krug, je nachdem, was getrunken wurde, und da waren mit Kreide Striche angemacht, und wer verspielte, mußte bis zu dem nächsten Striche trinken und ein Stück Geld in die Pinke schmeißen.

Na, das ging dann nun los und es traf sich, daß Hehlmann fünfmal hintereinander trinken mußte. Sie tranken aber Grog nach dem Rezept vom roten Schmidt: viel Rum mit'm lütjen Schuß Wasser. So kam denn ein großmächtiger Glasstiefel auf den Tisch und es dauerte nicht lange, da hatten sie alle Köpfe wie Legehühner, vorzüglich der Hansbur, der sich in der kalten Flage verkühlt hatte und bei dem der Grog ein doppeltes Loch riß.

Als der Stiefel leer war, schrie der rote Schmidt, der mit Getreide handelte: »Auf einem Bein kann man nicht stehen, außer wenn 'n Adebar ist,« und ein neuer Stiefel kam. Als der ledig war, hieß es: »Aller guten Dinge sind drei,« und der Krüger füllte von frischem auf.

Es war schon bei elfe, da tat sich die Tür auf und der Sägemüller Vodegel kam herein, derselbe Vodegel, der in der Vormittagsschule Hehlmann eins hinter die Ohren geschlagen hatte, als sie noch Jungens waren, und auf den dieser immer noch einen Haß hatte, weil er die Ohrfeige behalten mußte.

Vodegel hatte auch einen sitzen, denn er hatte im braunen Roß eine Wette mit vertrinken helfen, und dann stach ihn der Haber, so daß er seine Boshaftigkeit nicht bezähmen konnte.

Gerade weil er wußte, daß Hehlmann so eigen mit dem Glase und dem Kruge war, langte er sich den Blaurand und den Krug von dem Bört, schenkte sich einen Schnaps und Bier ein und prostete die Gesellschaft an.

»Kannst du nicht ein anderes Glas nehmen? Du weißt doch, daß das meins ist!« rief der Hansbur ihm zu.