Auf der Schneise

Aeschna cyanea Müll., A. grandis L.

Auf die Landstraße, die von der Stadt aus durch den Wald führt, stoßen im rechten Winkel eine Anzahl von breiten Schneisen.

Eine davon ist besonders schön, denn zweimal durchschneidet sie der Bach, der sich in vielen Krümmungen durch den Wald zieht, und bildet bei den beiden Brücken breite Ausbuchtungen, und neben der Schneise sind tiefe Gräben, die niemals austrocknen.

Üppig ist der Pflanzenwuchs hier. Die Gräben sind umwuchert von Schwertlilien und Igelkolben, hohe Disteln und Dolden erheben sich an ihren Ufern, Spierstauden und Glockenblumen schmücken ihre Säume, über die das Vergißmeinnicht herausragt und sich mit dem gelb blühenden Schattenklee verschlingt, während Hopfen und Geißblatt das Unterholz hinter den Gräben umspinnen.

Darum geht es hier auch lustig her. Die ganze Schneise flattert von Faltern, um alle Blumen summt und brummt es, die Luft blitzt von blanken Flügeln, und Laubvogel und Mönch, Trauerfliegenschnäpper und Meise finden hier Futter genug für ihre Schnäbel, desgleichen die grünen Frösche, die auf den Grabenkanten sitzen, und die braunen, die im Grase umherhüpfen.

Weil es hier von Beute wimmelt, ist nirgendwo im ganzen Walde die blaue Edellibelle so viel zu finden wie hier. Auf allen Waldwegen ist sie anzutreffen, aber hier doch am meisten. Zwar hat jedes Stück sein festes Gebiet, in dem es kein anderes duldet, aber die Schneise ist eine halbe Stunde lang und endet erst am Seeufer, und so haben viele der schönen Räuber auf ihr Platz.