Ein Schacht ist eine viereckige Öffnung, die senkrecht in die Erde führt. Dahinein führen Fahrten oder Leitern. Die Absätze zum Ruhen heißen Böhnen. Das Innere ist ausgezimmert oder ausgemauert. Die Stolln führen wagerecht ins Gebirge und dienen zum Wasserabfluß, zur Zuführung frischer Luft und Abfuhr des Erzes auf Hunden.
Gänge nennt der Bergmann nach ihrem Gehalte edel oder taub, mächtig oder leer.
Fäustel, Schlägel, Bohrer sind Werkzeuge des Bergmanns. Das Zutagefördern geschieht mit dem Haspel, an dem durch einen an dem Seile hängenden Kübel die Erze emporgewunden werden. Tiefe Gruben brauchen den Göpel, welchen Pferde oder Wasser treiben. Das Wasser heben die »Künste« empor, deren Pumpen durch Räder getrieben werden.
Bergbauanteilscheine heißen Kuxe.
Im Berggebiete war das Holz ein wichtiges Bedürfnis. Das Auszimmern der Schächte und Stolln, der Wasser- und Maschinenbau, die Schmelzöfen, Schmiedehammer, Siedewerke, Pechhütten und dergleichen verschlangen viel Holz. Schon im Anfange des 15. Jahrhunderts merkte man das. Der Bergbau, das damalige weit stärkere Brauwesen, die häufigen Brände nagten um die Wette an dem Kern der Waldungen. Hierdurch wurden die ersten Flößen aus holzreichen in holzärmere Gegenden veranlaßt.
Steinkohlen benutzte man erst in der Mitte des 16., Torf im Anfange des 17. Jahrhunderts.
Der erste sächsische Fürst, der vom Bergsegen den besten Gebrauch machte, war der Kurfürst August. Er ließ herrliche Schlösser bauen, kaufte große Güter an, richtete nützliche Anstalten ein, rief Künstler und Handwerker ins Land und sorgte bei alledem noch für seinen Schatz. Unter ihm erhielt das Bergwesen weit bessere Einrichtung, und er ist als der eigentliche Gesetzgeber des Bergwesens zu betrachten.