Als aber die Zeugen ihre drei Schnäpse erhalten haben und es dunkel zu werden beginnt, da müssen sie doch daran gehen, den vierten der Stämme aus dem Walde zu holen, denn jeder Tag Aufschub kann von Nachteil sein.

Sie suchen sich den Handwagen, den sie schon gestern in sicherem Gewahrsam untergestellt haben, und anstatt wie andere bei fröhlichem Tanz und Gelage das neue Leben einzuweihen, ziehen sie beschämt und beklommen auf Raub aus.

„Wenn man so arm ist wie wir, dann kann das unmöglich eine Sünde sein,“ tröstet die Erdme sich und ihn.

„Eine Sünde ist es schon,“ antwortet der Jons, „das hat ja noch heute der Pfarrer gesagt. Aber wenn wir es nicht mehr nötig haben, dann wollen wir alles wieder gut machen, worin wir uns jetzt vergehen müssen.“

Und das geloben sie einander, während sie im Chausseegraben die Nachtstille abwarten.

Und noch manches geloben sie. Keinen Hader wollen sie aufkommen lassen und keine giftigen Worte in den Mund nehmen und in allem den Kindern ein gutes Beispiel geben.

„Ja, unsere Kinder sollen es einmal gut haben,“ meint der Jons.

Und die Erdme gerät ins Schwärmen: „Wenn ich Töchter kriege, dann sollen sie in Samt und Seide gehen — und ihre Hochzeiten sollen acht Tage dauern — und der Bräutigamsvater soll nichts Geringeres sein als ein Gendarm.“

Doch der Gedanke an den Gendarmen ist ihnen unbehaglich, darum spinnen sie ihn nicht weiter, sondern eilen, im Dunkel des Matzicker Waldes zu verschwinden, wo der vierte Pfosten ihres künftigen Glückes als frischgefällte Kiefer mattschimmernd am Boden liegt.

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