Und nun kann sie ihrem Mann keine Frau mehr sein und ihrem Haus keine Wirtin.
Und dann ist noch das Unglück da, von dem sie nicht spricht und er nicht spricht und das man doch gleichsam riecht, wenn man dem Hof nur in die Nähe kommt.
„Ja also,“ sagt der Witkuhn eines Tages, „den Herd baut man so: Man kauft sich“ — er sagt „kauft“, „holen“ sagt er nicht — „man kauft sich den Wurzelstubben von einer Tanne. Eine Kiefer darf es nicht sein, denn deren Wurzel ist geformt wie ein spitzer Pfahl und sinkt unter, als wäre er nicht gewesen. Eine Tanne muß es sein — deren Wurzel hat Querläufer nach allen Seiten — die legen sich wie Riegel vor, wenn der Stubben einsinken will. So trägt er vielleicht den Herd, und ein anderer trägt auch den Ofen.“
Der Jons streift also nachts durch die Wälder und sucht die Stellen, wo Tannen gerodet werden. Solche Stellen sind selten, denn die Tanne ist ein kostbarer Baum, nicht so gemein wie die Kiefer.
Er sucht, und er findet. Und wieder leiht der Taruttis den Handwagen, und beide ziehen aus bis nach dem Norkaiter Forst, wohl zwei Meilen weit. Der preußische Staat ist reich. Ob der einen Stubben mehr oder weniger hat, was macht ihm das? Und auch den zweiten kann er noch leidlich entbehren.
Aber noch mehrere müssen daran glauben, denn die Schlammschicht ist tief. Einer muß über den anderen gelegt werden, und dann erst hält der Grund so fest, daß man mit Ziegeln und Lehm darauf arbeiten kann.
Aber die Ziegel kann man leider nicht „holen“, denn der Herr Ökonomierat, dem der große Ringofen gehört, hält sich einen Wächter und hält sich auch Hunde. Ja, der kennt seine Leute.
Vielleicht versucht man es also mit Betteln. Denn weit und breit weiß jeder, welch ein guter und wohlmeinender Herr der Herr Ökonomierat ist.
Mit Zittern und Zagen stehen sie vor ihm in dem großen Saal, der mit Bücherregalen gefüllt ist von einem Ende bis zum anderen. Man kann sich nicht vorstellen, daß es so viele Bücher gibt auf der Welt. Aber es ist kein „Bagoszius“ — kein Geldprotz —, der zu ihnen spricht, sondern er ist freundlich und leutselig und wischt sich mit der Zunge über die Zähne und schmunzelt sie an. Aber seinen Augen ist nicht zu trauen. Die sehen einen durch und durch.
„Schenken werd’ ich euch die Ziegel nicht,“ sagt er, als sie ihre Bitte vorgebracht haben, „denn wer sich Häuser baut, der ist kein Pracher. Aber verkaufen werd’ ich sie euch.“