Dem Witkuhn hat sie noch nichts gezeigt. Die Tage werden kürzer, und darum getraut sie sich nicht, ihn zum Helfen zu holen. Aber wie die Zimmerdecke gedichtet werden muß, da braucht sie ihn doch. Denn wenn der Jons heimkommt, dann ist es schon immer fast dunkel.
Erst will er gar nicht hereinkommen — gewiß hat er wieder mal Angst —, aber als er die Farbenpracht sieht, da geht doch ein Lächeln — ein Lächeln der Freude natürlich, daß es so schön ist — über sein stilles Gesicht.
Und der Erdme wird das Herz voll von Dankbarkeit.
„Ohne dich, Nachbar,“ sagt sie, „hätten wir’s nie so weit gebracht.“ Und sie legt ihm die Hände auf beide Schultern.
Da plötzlich klappt er vor ihr zusammen wie ein Taschenmesser, sinkt auf den Bock, wo der Kleistertopf steht, schlägt die Hände vors Gesicht und weint.
„Was ist? Was ist?“ fragt sie erschrocken.
Und weil sie ihn trösten will, beugt sie sich zu ihm nieder und streichelt ihn.
Und — was tut er? Er umschlingt ihre Hüften und küßt ihr den Rock und küßt ihr die wehrenden Hände und will sie gar zu sich niederziehen.
„Nicht doch, Nachbar,“ sagt sie mit einem Blick auf den Kleistertopf, „so was mußt du nicht tun.“
Und er sagt, sie solle sich seiner erbarmen, sonst muß er ins Torfloch.