Aber solche Sprünge machen wir lange noch nicht. Wir sammeln Pfennig für Pfennig und tragen das Geld auf die Sparkasse. Erst muß das Pracherhaus heruntergerissen und statt seiner ein anderes aufgebaut werden, wie es die Großbesitzer haben, mit Kammer und Klete, mit Kachelofen und Dielen unter den Füßen.

Das Beste wäre, man versicherte so hoch, wie es geht, und steckte das Gekrassel dann an. Aber zwischen Versicherung und Brand müßten anstandshalber zwei Jahrchen liegen oder auch drei, sonst steigt einem womöglich der Staatsanwalt auf den Puckel. Versichern kann man ja immerhin schon des Stalls und des Viehzeugs wegen, das immer besser gedeiht und das auf dem Markte Preise kriegt, wie man sie niemals geträumt hat.

Ach, wie schön ist die Welt, wenn man darin vorwärts kommt und der liebe Gott seine Hände sichtbarlich ausstreckt, um Haus und Familie zu hüten!

Dann ist auch das Frommsein leicht, und die Kirchfahrt wird ein Vergnügen. Schon weil einen die Leute ansehen und sagen: „Das ist der Jons Baltruschat mit seiner Frau und zwei Töchtern. Der fing einmal ganz klein an und hat unlängst eine Belobigung bekommen für Mastvieh.“

Der Taruttis freilich ist böse. Er kommt nicht mehr, und keiner geht jemals zu ihm.

Bis endlich die Erdme sagt: „Ich muß ihm die Kinder bringen, damit er sieht, wer wir sind.“

Und sie putzt die Urte und die Katrike aus, steckt ihnen Kämme ins Haar und Schleifen unter den Halsrand und geht mit ihnen hinüber.

Er ist nun ein Greis, und die Taruttene pappelt wer weiß was.

„Nachbar,“ sagt die Erdme, „du hast uns einmal Obdach gegeben, als wir jung waren und arm. Jetzt geht es uns gut, und darum kommen die Mädchen schön Dank sagen.“

Die Urte, die auch schon zwölfe ist, küßt ihm die Hand, und die Katrike will nicht, aber sie muß.