„Wer wird so dumm sein!“ lachte der Wirt. „Selbst der Henker läßt sich bezahlen.“
„Ich hab’ mir einiges gespart,“ sagte Miks, „und wenn man mir sonst freie Hand läßt, bring’ ich noch ab und zu was in die Wirtschaft.“
Die beiden sahen sich an. Dann schlugen sie rasch und gierig ein und fragten nicht weiter.
So wurde Miks Bumbullis Knecht bei dem Pfleger Anikkes.
Anfangs schien er sich nicht viel um sie zu kümmern, und es vergingen drei Tage, ehe er sich erkundigte, was das für ein kleines Ungeziefer sei, das da immer im Hause herumkrieche.
Die beiden Kibelkas wollten nicht recht mit der Sprache heraus, denn der Mordverdacht saß ihnen stets in den Gliedern. Aber schließlich erzählten sie doch, wie sie zu dem Kinde gekommen waren und daß sie es eigentlich bloß um Gottes Barmherzigkeit willen bei sich behielten.
Er nahm die Nachricht sehr gleichmütig auf und sagte nur: „Der Vater soll in Amerika sein. Wenn der einmal reich zurückkommt, wird er jeden belohnen, der gut zu dem Kinde gewesen ist.“
Das gab den Kibelkas zu denken. Am nächsten Mittag durfte das kleine, bleiche Lumpenbündelchen, das sonst von dem Ofenwinkel her stumm wartend herübersah, mit den Kindern zu Tische sitzen.
Als der Sonnabendabend kam, verschwand Miks Bumbullis und kam am Sonntagvormittag mit einer Flinte wieder, die sehr verrostet und in den Spalten mit Erde verklebt war.
Die Kibelkas fragten nicht, wo er sie hergeholt hatte, und alle standen ringsum und sahen voll Hochachtung zu, wie er mit dem Schraubenschlüssel die Teile auseinandernahm und jeden einzelnen putzte und ölte, bis die Waffe blitzblank und schußbereit wiedererstand.