Jedesmal sehen wir dasselbe Bild: Der Ungehorsam, die Nichtunterordnung, die Unterschätzung des Gegners und ein wirklichkeitsfremdes Wünschen von Zuständen, von politischen Lagen und von Gegebenheiten, die eben nicht da waren. Und immer wieder trat uns ein Gegner in irgendeiner Form gegenüber, der nüchtern, rechnend mit den realen Wirklichkeiten des politischen Kampfes dieser Erde Schritt für Schritt sich voranwälzte und trotz der schlechteren Qualität und trotz des minderen Blutes und trotz der geringeren Kultur immer wieder über uns siegte.
Aus eigener Schuld.
So ist unser Volk - wir wollen es für uns als Deutsche feststellen - aus eigener Schuld den schweren Weg der letzten 2000 Jahre gegangen. Werfe niemand irgendeinem Gegner vor, daß er gesiegt hat und unser Blut verlangte; denn das Gesetz der weiten Gotteswelt, das Gesetz dieser Erde und das Gesetz der Völker rechnet nicht den, der es in seinem übervollen Herzen besser meint, sondern zählt den, der siegt.
Mancher wird nun still, vorwurfsvoll die Frage aufwerfen: wozu die furchtbaren Feststellungen von Schuld und Fehler trotz aller Tugenden? Können wir denn einen Glauben für die Zukunft haben?
Wir wollen hier frei und offen sagen, daß uns nichts in dem Glauben an die Zukunft unseres Volkes und unseres Blutes so bestärkt wie die Tatsache, daß unser Volk und unsere Rasse trotz aller Fehler und trotz allen Leides heute noch lebt und heute sich wieder zur Größe erhoben hat. Wir glauben an die Bestimmung und an die Aufgabe unseres Blutes und sehen in der Geschichte der letzten zwei Jahrtausende nicht nur Niederlage und Unglück, sondern einen zu unserer eigenen Erhaltung notwendigen Weg des Lernens.
Der Weg zum Gehorsam
Dienst der Kirche und Ritterorden.
Am Anfang unseres Jahrtausends traten gemäß dem Gebot der Kirche fast alle nachgeborenen Söhne der besten deutschen Geschlechter in den Dienst der Kirche als ihre Priester und Kirchenfürsten. Eine Unzahl nahm das Kreuz auf sich und ging den Kreuzweg deutschen Blutes in den fernen Osten, in Wüste und Sand. Ein Teil dieser kreuzfahrenden
Ritter ordnete sich als ritterliche Priester ein in die verschiedenen Ritterorden, brachte mit sich deutsche Tapferkeit, deutsches Führertum, deutsche Unbestechlichkeit und ging im Orden der römischen Kirche in die Schule des Gehorsams, der Unterordnung und der staatlichen Autorität, in die Schule, die schon wieder älter war als die Kirche selbst.