Nach den Bestimmungen dieses Vertrages werden die Grenzen der Nordsee gebildet:
- im Norden: durch den 61. Grad nördl. Breite,
- im Osten und im Süden:
- durch die norwegische Küste zwischen dem 61. Grade nördl. Breite und dem Leuchtturm von Lindesnäs (Norwegen),
- durch eine gerade Linie, die man sich von dem Leuchtturm von Lindesnäs (Norwegen) nach dem Leuchtturm von Hanstholm (Dänemark) gezogen denkt,
- durch die Küsten Dänemarks, Deutschlands, der Niederlande, Belgiens und Frankreichs bis zum Leuchtturm von Gris-Nez (Frankreich);
- im Westen:
- durch eine gerade Linie, die man sich vom Leuchtturm von Gris-Nez (Frankreich) nach dem östlichen Feuer von South Foreland (England) gezogen denkt,
- durch die Ostküsten von England und Schottland,
- durch eine gerade Linie, welche Duncansby Head (Schottland) mit der Südspitze von South Ronaldsha (Orkneyinseln) verbindet,
- durch die Ostküsten der Orkneyinseln,
- durch eine gerade Linie, welche das Feuer von North Ronaldsha (Orkneyinseln) mit dem Feuer von Sumburgh Head (Shetlandinseln) verbindet,
- durch die Ostküsten der Shetlandinseln,
- durch den Meridian des Feuers von North Unst (Shetlandinseln) bis zum 61. Grad nördl. Breite.
Abb. 4. Rettungsstation „Borkum Süd“.
(Nach einer Photographie von Wolffram & Co. in Bremen.)
Der deutsche Anteil an der Nordsee.
Der deutsche Anteil der Nordseeküste gleicht in seiner Grundform einem rechten Winkel, dessen Scheitel etwa bei Brunsbüttel an der Elbe zu suchen ist, und dessen beide Schenkel gleiche Länge besitzen, und einerseits bei Borkum, andererseits bei Hvidding in Nordschleswig endigen. Ihr westlichster Punkt ist die Westspitze der äußersten der ostfriesischen Inseln, des Eilands Borkum, der unter 6° 40′ östl. Länge und 53° 35′ nördl. Breite liegt, ihr nördlichster ist da zu suchen, wo die deutsch-dänische Grenze zwischen dem dänischen Grenzorte Vester-Vedstedt und dem deutschen Dorfe Endrup bei Hvidding in Nordschleswig das Wattenmeer erreicht, und zwar unter 8° 40′ östl. Länge und 55° 17′ nördl. Breite. Der südlichste Punkt der deutschen Nordseeküste ist zugleich der südlichste des deutschen Dollartufers, da, wo die deutsche Westgrenze den Dollart erreicht, an der Mündung des Grenzflüßchens zwischen Deutschland und Holland, der Westerwoldschen Aa, und befindet sich unter 7° 13′ östl. Länge und 53° 14′ nördl. Breite. Als der östlichste Punkt präsentiert sich Meldorf in Ditmarschen unter 9° 2′ östl. Länge und 54° 29′ nördl. Breite.
Zwei Inselguirlanden umsäumen das deutsche Nordseegestade, und auf diese Weise entsteht eine Doppelküste, deren innerer Teil von der eigentlichen Festlandsküste gebildet wird, während der äußere der Inselküste mit der Westspitze von Borkum und der Nordspitze von Röm als Eckpfeiler angehört.
Abb. 5. Boot zu Wasser.
(Nach einer Photographie von Wolffram & Co. in Bremen.)
Der nordsüdlich verlaufende Teil unseres Küstengebietes zeigt in seiner nördlichen Hälfte drei Einbuchtungen, diejenige von Husum, von Tönning und von Meldorf, denen die Halbinseln Eiderstedts, der Landschaft Wesselburen und Dieksands entsprechen. Die Buchten des Dollart und der Jade und die Mündungen der Weser und der Elbe gliedern den ostwestlich verlaufenden Küstenteil.