selbst atmete Müßiggang. Die strahlenden Gesichter verrieten ein völliges Vergessen der schlechten Zeiten, die man überstanden hatte, und die Menschen wiegten sich auf ihrem schönen Schiff wie in einem goldenen Traume.
Dennoch sah der alte, an die Schanzverkleidung gelehnte Passagier von Zeit zu Zeit voll Unruhe nach dem Horizont. In seinen Zügen prägte sich die Ahnung eines Unglücks oder ein Mißtrauen gegen die Güte des Schicksals aus, und er schien zu befürchten, daß man den Boden Frankreichs nicht schnell genug betreten könne. Dieser Mann war der Marquis. Das Glück hatte gegen seine verzweifelten Anstrengungen sich nicht spröde gezeigt. Nachdem er fünf Jahre alles mögliche versucht und bitter gearbeitet hatte, war er nun im Besitz eines beträchtlichen Vermögens. In seiner Ungeduld, die Heimat wiederzusehen und seiner Familie das Glück zu bringen, war er dem Beispiel einiger französischen Handelsleute von Habana gefolgt und hatte sich mit ihnen auf einem spanischen nach Bordeaux bestimmten Fahrzeug eingeschifft.
Seine Phantasie, überdrüssig, immer Unglück vorauszusehen, spiegelte ihm die köstlichsten Bilder aus dem Glück seiner Vergangenheit wider. Beim Anblick der fernen braunen Linie, die das Land beschrieb, glaubte er seine Frau und seine Kinder zu sehen. Er saß an seinem Platze am Kamin und war umringt und liebkost von seinen Kindern. Er stellte sich Moina vor, schön, groß geworden, imposant wie ein junges Mädchen. Als dieses Bild der Phantasie ihm so klar vor Augen stand, wie ein Bild der Wirklichkeit, rannen ihm Tränen die Wangen hinab, und um seine Aufregung zu verbergen, sah er nach dem Horizont in der entgegengesetzten Richtung der verschwommenen Linie, die das Land bezeichnete.
»Das ist er!« rief er. »Er verfolgt uns.«
»Was gibt's?« rief der spanische Kapitän.
»Ein Schiff,« antwortete der General mit leiser Stimme.
»Ich habe es schon gestern gesehen,« antwortete Kapitän Gomez.
Er sah den Franzosen fragend an.
»Er hat bis jetzt Jagd auf uns gemacht,« sagte er dann dem General ins Ohr.
»Ich begreife nicht, warum er uns nicht schon eingeholt hat,« versetzte der alte Soldat, »denn er ist ein besserer Segler, als Ihr verwünschter Sankt Ferdinand.«