Familie Vervelle fühlte sich durch das ungewöhnliche Auftreten dieses
Menschen im tiefsten verletzt. Ihre natürliche Röte steigerte sich ins
Kirschfarbene und endlich zu flammendem Purpur.
"Allerdings, so etwas bringt was ein!" begann Bridau wieder. "Hast Du
Geld?"
"Brauchst Du viel?"
"Fünfhundert…. Ich bin einem Bluthund von Wucherer in die Finger gefallen. Wenn so eine Bestie einmal zugepackt hat, so läßt sie nicht locker, bis sie den Bissen geschluckt hat. Welche Rasse!"
"Ich werde Dir ein paar Zeilen an meinen Notar mitgeben…."
"Was, Du hast einen Notar?"
"Ja!"
"Nun, dann weiß ich doch wenigstens, warum Du die Wangen mit Rosentönen malst, die einen Parfümeur begeistern würden."
Grassou konnte es nicht verhindern, daß er errötete. Virginie verzog das Gesicht.
"Warum hältst Du Dich nicht an die Natur?" fuhr der große Maler fort. "Das Fräulein ist rot—nun also, ist denn das so schlimm? In der Kunst ist alles schön. Tu Zinnober auf Deine Palette und belebe die Wangen damit. Pinsele getrost die kleinen braunen Tüpfelchen hin und gib dem Ganzen etwas mehr Fettglanz. Willst Du mehr Geist haben als die Natur?"