"Ich fühle mich schon wieder besser," antwortete der Maler, "und bedarf nur eines Wagens, um nach meiner Wohnung zurückzukehren. Die Türschließerin wird mir einen besorgen…."

Er wollte seinen Dank gegen die beiden Unbekannten wiederholen, wurde aber bei jedem Worte von der alten Dame unterbrochen, die zu ihm sagte: "Mein Herr, vergessen Sie nicht, morgen Blutegel anzusetzen oder sich schröpfen zu lassen…. Trinken Sie einige Tassen Arnikatee…."

Das junge Mädchen schwieg. Es betrachtete auf verstohlene Weise den Maler und die Gemälde der Werkstätte; in seiner Haltung und seinen Blicken lag eine vollkommene Schicklichkeit. Seine Neugierde glich nur der Zerstreuung, und seine Augen schienen jenen Anteil auszudrücken, den das weibliche Geschlecht an jedem Unglücklichen nimmt. Die beiden Unbekannten schienen die Werke des Malers zu vergessen, während sie in Gegenwart des leidenden Malers waren, und als er sie hinsichtlich seiner Lage ermutigt hatte, gingen sie, indem sie sich nach manchem noch mit einer sanften Besorgnis erkundigten, die jedoch fern von jeder Vertraulichkeit blieb. Sie richteten keine unbescheidenen Fragen an ihn und suchten nicht, in ihm den Wunsch zu erwecken, seine Retterinnen kennen zu lernen. In allen ihren Handlungen lag eine seltene Natürlichkeit, ein guter Geschmack, und wenn auch ihr edles und einfaches Benehmen für den Augenblick wenig Wirkung auf den Maler hervorbrachte, so überraschte es ihn doch lebhaft, als er sich hinterher die Einzelheiten dieses Auftritts in sein Gedächtnis zurückrief.

Als die alte Dame in das Stockwerk hinabgestiegen war, das sich unter der Werkstätte des Malers befand, sagte sie mit sanfter Stimme: "Adelaide, Du hast die Tür offen gelassen."

"Um mir zu Hilfe zu kommen!" antwortete der Maler mit einem Lächeln des
Danks.

"Meine Mutter! Sie sind zuletzt unten gewesen!…" entgegnete das junge
Mädchen errötend.

"Sollen wir Sie hinunter begleiten?…" fragte die Mutter den Maler, "die Treppe ist sehr dunkel!"

"Ich danke Ihnen, meine Damen … ich fühle mich vollkommen besser."

"Halten Sie sich ja an dem Geländer fest!"

Die beiden Damen blieben auf dem Absatz der Treppe stehen, leuchteten dem jungen Manne und lauschten auf das Geräusch seiner Schritte.