"Das ist ein recht schöner Diamant!…" sagte sie sanft und mit dem unschuldigen Ausdruck eines jungen Mädchens, das die ganze Macht seiner ersten Lockung fühlen läßt. Martial war durch die unwillkürliche, aber berauschende Berührung, die ihm von den Fingern der Gräfin beim Abziehen des Ringes zuteil geworden war, erregt und betrachtete ihn mit Blicken, die ebensosehr funkelten wie der Ring.
"Behalten Sie ihn als Erinnerung an diese himmlische Stunde und aus
Liebe für…"
Er vermochte seine Worte nicht auszusprechen, denn der Ausdruck der Begeisterung, der in ihren Zügen lag, erregte ihn zu lebhaft. Er küßte ihre Hand.
"Sie schenken ihn mir?…" fragte sie mit erstaunten Blicken.
"Ich möchte Ihnen die ganze Welt darbringen können…."
"Scherzen Sie nicht vielleicht?…" fragte sie dann abermals, und man erkannte in dem Ausdruck dieser Worte ihre lebhafte Freude.
"Nehmen Sie meinen Diamanten nur an!"
"Und Sie werden ihn nie von mir wieder verlangen?" fragte die Gräfin.
"Nie!"
Sie steckte den Ring an ihren Finger. Martial glaubte, daß nun nichts mehr an seinem Glück fehle und machte eine kühne Bewegung; allein die Gräfin erhob sich plötzlich und sagte mit einer hellen Stimme, die durchaus keine Erregung verriet: "Mein Herr, ich nehme diesen Diamanten mit umsoweniger Bedenken an, da er mir gehört."