DAS PESSACHOPFER, das unsere Väter zu der Zeit aßen, als das Heiligtum noch stand, was bedeutet es? Es bedeutet, daß der Heilige — gepriesen sei er! — die Häuser unserer Väter in Mizrajim überging. Denn es heißt: „Sprechet: ‚Es ist das Peßachopfer des Ewigen, der in Mizrajim an den Häusern der Kinder Israel vorüberging, als er Mizrajim traf, unsere Häuser aber verschonte.‘ Da neigte sich das Volk und bückte sich.“
DIESES UNGESÄUERTE BROT, das wir essen, was bedeutet es? Es bedeutet, daß der Brotteig unserer Väter nicht Zeit hatte zu gären, bis ihnen der König, der aller Könige König ist, der Heilige — gepriesen sei er! — erschien und sie erlöste. Denn es heißt: „Sie buken den Teig, den sie aus Mizrajim gebracht hatten, zu ungesäuerten Kuchen; es war ja nicht gesäuert; denn sie wurden aus Mizrajim getrieben und durften nicht verweilen noch sich Reisezehrung bereiten.“
Das ungesäuerte Brot
Das bittere Kraut
DIESES BITTERE KRAUT, das wir Essen, was bedeutet es? Es bedeutet, daß die Ägypter das Leben unserer Väter in Mizrajim verbitterten. Denn es heißt: „Sie verbitterten ihnen das Leben durch schwere Arbeit mit Lehm und Ziegeln und durch allerlei Feldarbeit und sonstige Dienste, wozu sie sie mit Strenge zwangen.“
ZU JEGLICHER ZEIT ist ein jeder verpflichtet, sich so anzusehen, als ob er selbst aus Mizrajim gezogen wäre. Denn es heißt: „Erzähle deinem Sohne an diesem Tage: Dies tat der Ewige mir, als ich aus Mizrajim zog.“ Nicht allein unsere Väter erlöste der Heilige — gepriesen sei er! —, sondern auch uns erlöste er mit ihnen; denn es heißt: „Uns führte er von dort heraus, um uns das Land zu geben, das er unsern Vätern verheißen.“
Hausvater
DARUM sind wir verpflichtet, zu danken, zu loben, zu preisen, zu rühmen, zu verherrlichen, zu feiern, zu segnen, zu erheben, zu verehren, anzubeten ihn, der an unsern Vätern und an uns all diese Wunder getan hat. Er führte uns aus der Knechtschaft zur Freiheit, aus dem Kummer zur Freude, aus der Trauer zum Feste, aus dem Düster in helles Licht, aus Gebundenheit zur Erlösung. Laßt uns denn vor ihm singen: Hallelujah!
DA ISRAEL AUS MIZRAJIM ZOG, das Haus Jakob aus dem fremden Volke, da ward Juda sein Heiligtum, Israel sein Reich. Das Meer sah und floh, der Jordan wandte sich rückwärts, die Berge hüpften wie Widder, die Hügel wie junge Lämmer. Was ist dir, o Meer, daß du fliehst, du Jordan, daß du dich rückwärts wendest? Ihr Berge, daß ihr hüpft wie Widder, ihr Hügel, wie junge Lämmer? Vor dem Herrn erbebe, du Erde, vor dem Gotte Jakobs, der den Fels wandelt in Wassersee, den Kieselstein in einen Wasserquell!
SO TAT HILLEL zur Zeit, da das Heiligtum stand: „Er umwickelte Mazzah mit bitterem Kraute und aß es auf einmal, um zu erfüllen, wie es heißt: ‚Mit Mazzoth und bitteren Kräutern soll man es essen.‘“