Helene (sieht ihn an). Da muß man achtgeben?
Hans Karl. Freilich. Sympathie ist ganz gut, aber auf ihr herumzureiten, wäre doch namenlos indiskret. Darum muß man doch gerade auf der Hut sein, wenn man das Gefühl hat, sich sehr gut zu verstehen.
Helene. Das müssen Sie tun, natürlich. So ist Ihre Natur. Wer sich einfallen ließe, Sie fixieren zu wollen, wäre schon verloren. Aber wer glaubt, daß Sie ihm für immer Adieu gesagt haben, dem könnte passieren, daß Sie ihm wieder guten Tag sagen. — Heut' hat die Antoinette wieder Charme für Sie gehabt.
Hans Karl. Sie bemerken alles!
Helene. Sie verbrauchen auf Ihre Art die armen Frauen, aber Sie haben sie gar nicht sehr lieb. Es gehört viel Contenance dazu oder ein bißl Gewöhnlichkeit, um Ihre Freundin zu bleiben.
Hans Karl. Wenn Sie mich so sehen, dann bin ich Ihnen ja direkt unsympathisch!
Helene. Gar nicht. Sie sind scharmant. Sie sind bei all dem wie ein Kind.
Hans Karl. Wie ein Kind? Und dabei bin ich nahezu ein alter Mensch. Das ist doch ein Horreur. Mit neununddreißig Jahren nicht wissen, woran man mit sich selber ist, das ist doch eine Schand'.
Helene. Ich brauchte nie nachzudenken, woran ich mit mir selber bin. Bei mir ist wirklich gar nichts los, es ist nichts da, als ein anständiges, ruhiges Benehmen.