Neuhoff. Eine gewisse Person hat ihn nicht bis hierher begleitet und hat überhaupt in der letzten halben Stunde seines Hierseins nicht mit ihm gesprochen. Ich habe es festgestellt. Seien Sie ruhig.

Antoinette. Er hat mir geschworen, er wird ihr Adieu sagen für immer. Ich möcht ihr Gesicht sehen, dann wüßt' ich —

Neuhoff. Dieses Gesicht ist hart wie Stein. Bleiben Sie bei mir hier.

Antoinette. Ich —

Neuhoff. Ihr Gesicht ist entzückend. Andere Gesichter verstecken alles. Das Ihrige ist ein unaufhörliches Geständnis. Man könnte diesem Gesicht alles entreißen, was je in Ihnen vorgegangen ist.

Antoinette. Man könnte? Vielleicht — wenn man einen Schatten von Recht dazu hätte.

Neuhoff. Man nimmt das Recht dazu aus dem Moment. Sie sind eine Frau, eine wirkliche, entzückende Frau. Sie gehören keinem und jedem! Nein: Sie haben noch keinem gehört, Sie warten noch immer.

Antoinette (mit einem kleinen nervösen Lachen). Nicht auf Sie!

Neuhoff. Ja, genau auf mich, das heißt auf den Mann, den Sie noch nicht kennen, auf den wirklichen Mann, auf Ritterlichkeit, auf Güte, die in der Kraft wurzelt. Denn die Karis haben Sie nur malträtiert, betrogen vom ersten bis zum letzten Augenblick, diese Sorte von Menschen ohne Güte, ohne Kern, ohne Nerv, ohne Loyalität! Diese Schmarotzer, denen ein Wesen wie Sie immer wieder und wieder in die Schlinge fällt, ungelohnt, unbedankt, unbeglückt, erniedrigt in ihrer zartesten Weiblichkeit! (Will ihre Hand ergreifen.)