Crescence. Natürlich, das macht er gleich. Aber zuerst zum Grafen Altenwyl, damit die Leut' wissen, woran sie sind.

Lukas (ab).

Crescence (steht auf). So, und jetzt laß ich dich deinen Geschäften. (Im Gehen.) Mit welchem Hechingen warst du besprochen? Mit dem Nandi?

Hans Karl. Nein, mit dem Adolf.

Crescence (kommt zurück). Der Antoinette ihrem Mann? Ist er nicht ein kompletter Dummkopf?

Hans Karl. Weißt du, Crescence, darüber hab' ich gar kein Urteil. Mir kommt bei Konversationen auf die Länge alles sogenannte Gescheite dumm und noch eher das Dumme gescheit vor ...

Crescence. Und ich bin von vornherein überzeugt, daß an ihm mehr ist als an ihr.

Hans Karl. Weißt du, ich hab' ihn ja früher gar nicht gekannt, oder (er hat sich gegen die Wand gewendet und richtet an einem Bild, das nicht gerade hängt) — nur als Mann seiner Frau — und dann draußen, da haben wir uns miteinander angefreundet. Weißt du, er ist ein so völlig anständiger Mensch. Wir waren miteinander, im Winter Fünfzehn, zwanzig Wochen in der Stellung in den Waldkarpathen, ich mit meinen Schützen und er mit seinen Pionieren, und wir haben das letzte Stückl Brot miteinander geteilt. Ich hab' sehr viel Respekt vor ihm bekommen. Brave Menschen hat's draußen viele gegeben, aber ich habe nie einen gesehen, der vis-à-vis dem Tod sich eine solche Ruhe bewahrt hätte, beinahe eine Art Behaglichkeit.

Crescence. Wenn dich seine Verwandten reden hören könnten, die würden dich umarmen. So geh hin zu dieser Närrin und versöhn sie mit dem Menschen, du machst zwei Familien glücklich. Diese ewig in der Luft hängende Idee einer Scheidung oder Trennung, g'hupft wie g'sprungen, geht ja allen auf die Nerven. Und außerdem wär es für dich selbst gut, wenn die Geschichte in eine Form käme.

Hans Karl. Inwiefern das?