Crescence. Ganz genau so, wie sie es heut' auf den Stani abgesehen hat.
Hans Karl (erstaunt). Deinen Stani?
Crescence. Seit dem Frühjahr. (Sie war bis zur Tür gegangen, kehrt wieder um, kommt bis zum Schreibtisch.) Er könnte mir da einen großen Gefallen tun, Kari ...
Hans Karl. Aber ich bitte doch um Gottes willen. So sag sie doch! (Er bietet ihr Platz an, sie bleibt stehen.)
Crescence. Ich schick' ihm den Stani auf einen Moment herunter. Mach' er ihm den Standpunkt klar. Sag' er ihm, daß die Antoinette — eine Frau ist, die einen unnötig kompromittiert. Kurz und gut, verleid' er sie ihm.
Hans Karl. Ja, wie stellst du dir denn das vor? Wenn er verliebt in sie ist?
Crescence. Aber Männer sind doch nie so verliebt, und du bist doch das Orakel für den Stani. Wenn du die Konversation benutzen wolltest — versprichst du mir's?
Hans Karl. Ja, weißt du — wenn sich ein zwangloser Übergang findet —
Crescence (ist wieder bis zur Tür gegangen, spricht von dort aus). Du wirst schon das Richtige finden. Du machst dir keine Idee, was du für eine Autorität für ihn bist. (Im Begriff hinauszugehen, macht sie wiederum kehrt, kommt bis an den Schreibtisch vor.) Sag ihm, daß du sie unelegant findest — und, daß du dich nie mit ihr eingelassen hättest. Dann laßt er sie von morgen an stehen. (Sie geht wieder zur Tür, das gleiche Spiel.) Weißt du, sag's ihm nicht zu scharf, aber auch nicht gar zu leicht. Nicht gar zu sous-entendu. Und daß er ja keinen Verdacht hat, daß es von mir kommt — er hat die fixe Idee, ich will ihn verheiraten, natürlich will ich, aber — er darf's nicht merken: darin ist er ja so ähnlich mit dir: die bloße Idee, daß man ihn beeinflussen möcht' — ! (Noch einmal das gleiche Spiel.) Weißt du, mir liegt sehr viel dran, daß es heute noch gesagt wird, wozu einen Abend verlieren? Auf die Weise hast du auch dein Programm: du machst der Antoinette klar, wie du das Ganze mißbilligst — du bringst sie auf ihre Ehe — du singst dem Adolf sein Lob — so hast du eine Mission, und der ganze Abend hat einen Sinn für dich. (Sie geht.)