Neugebauer. Meine gegenwärtige Verlobte ist die Tochter eines höheren Beamten. Sie war die Braut meines besten Freundes, der vor einem halben Jahr gefallen ist. Schon bei Lebzeiten ihres Verlobten bin ich ihrem Herzen nahe gestanden — und ich habe es als ein heiliges Vermächtnis des Gefallenen betrachtet, diesem jungen Mädchen eine Stütze fürs Leben zu bieten.

Hans Karl (zögernd). Und die frühere langjährige Beziehung?

Neugebauer. Die habe ich natürlich gelöst. Selbstverständlich in der vornehmsten und gewissenhaftesten Weise.

Hans Karl. Ah!

Neugebauer. Ich werde natürlich allen nach dieser Seite hin eingegangenen Verpflichtungen nachkommen und diese Last schon in die junge Ehe mitbringen. Allerdings keine Kleinigkeit.

Hans Karl (schweigt).

Neugebauer. Vielleicht ermessen Euer Erlaucht doch nicht zur Genüge, mit welchem bitteren, sittlichen Ernst das Leben in unsern glanzlosen Sphären behaftet ist, und wie es sich hier nur darum handeln kann, für schwere Aufgaben noch schwerere einzutauschen.

Hans Karl. Ich habe gemeint, wenn man heiratet, so freut man sich darauf.

Neugebauer. Der persönliche Standpunkt kann in unserer bescheidenen Welt nicht maßgebend sein.

Hans Karl. Gewiß, gewiß. Also Sie werden mir die Briefe möglichst finden.